Der Rentenlückenrechner
Finde heraus, wie groß die Lücke zwischen deiner gesetzlichen Rente und deinem Wunsch-Lebensstandard ist – und was du tun kannst.
Rentenlücke: Was Frauen wissen sollten
Die gesetzliche Rente allein wird für die wenigsten ausreichen, um den gewohnten Lebensstandard im Alter zu halten. Das betrifft Frauen besonders stark: Teilzeitarbeit, Elternzeit und niedrigere Durchschnittsgehälter führen dazu, dass die Rentenansprüche oft deutlich geringer ausfallen als bei Männern. Die Differenz zwischen dem, was du monatlich brauchst, und dem, was du tatsächlich bekommst, nennt sich Rentenlücke – und je früher du sie kennst, desto leichter kannst du gegensteuern.
Warum das wichtig ist: Laut aktuellen Zahlen erhalten Frauen im Durchschnitt rund ein Drittel weniger Rente als Männer. Wer seine Lücke kennt, kann gezielt vorsorgen – statt später böse überrascht zu werden.
So funktioniert unser Rechner
Der Rentenlückenrechner führt dich in fünf Schritten zum Ergebnis. Im Kern vergleicht er deine voraussichtlichen Renteneinnahmen mit deiner gewünschten monatlichen Rente – inklusive Inflationsanpassung. Die Differenz ist deine persönliche Rentenlücke. Daraus berechnet der Rechner, welches Kapital du bis zum Renteneintritt aufbauen musst und welche monatliche Sparrate dich dorthin bringt.
Was genau ist die Rentenlücke?
Die Rentenlücke beschreibt die monatliche Differenz zwischen deiner erwarteten Nettorente und dem Betrag, den du eigentlich benötigst. Wenn du beispielsweise 500 € Nettorente erhältst, aber 2.200 € im Monat brauchst, beträgt deine Lücke heute 1.700 €. Berücksichtigst du zusätzlich die Inflation, wächst dieser Betrag weiter. Diesen Fehlbetrag musst du aus eigenen Mitteln decken – durch Erspartes, Kapitalerträge oder zusätzliche Einkommensquellen.
Gut zu wissen: Deine Rente wird besteuert. Nur der Betrag unterhalb des steuerlichen Grundfreibetrags (aktuell 12.096 €/Jahr, Stand 2026) bleibt steuerfrei. Alles darüber wird mit deinem persönlichen Steuersatz belastet. Unser Rechner berücksichtigt das automatisch.
Warum Inflation so wichtig ist
Inflation ist der stille Vermögenskiller. 2.200 € klingen heute nach einem guten Monatsbudget. Aber wenn die Preise jedes Jahr um 2 % steigen, hat derselbe Betrag in 30 Jahren nur noch die Kaufkraft von rund 1.200 €. Um im Alter denselben Lebensstandard zu halten, brauchst du dann tatsächlich über 4.000 €.
Unser Rechner löst dieses Problem, indem er deine Wunschrente automatisch mit der eingestellten Inflationsrate hochrechnet. So siehst du nicht nur, was du heute brauchst, sondern was du bei Renteneintritt wirklich benötigst. Den Inflationsregler kannst du frei einstellen – der historische Durchschnitt in Deutschland liegt bei ca. 2 % pro Jahr.
Teilzeit & Elternzeit: Der vergessene Renten-Killer
Jedes Jahr in Teilzeit kostet dich Rentenpunkte – und damit bares Geld im Alter. Wer beispielsweise 10 Jahre auf 50 % reduziert, verliert dadurch 5 volle Rentenpunkte. Beim aktuellen Rentenwert von 39,32 € (Stand 2026) sind das knapp 200 € weniger Rente – jeden Monat, für den Rest deines Lebens.
Für Erziehungszeiten gibt es immerhin einen Ausgleich: Pro Kind rechnet der Staat bis zu 3 Rentenpunkte gut (für Geburten ab 1992). Das entspricht ca. 118 € pro Monat. Für Geburten vor 1992 sind es 2,5 Punkte. Wichtig: Die Anrechnung passiert nicht automatisch – prüfe bei der Deutschen Rentenversicherung, ob deine Erziehungszeiten korrekt erfasst sind.
Rechenbeispiel: Eine Frau (Jahrgang 1996) arbeitet 8 Jahre in Teilzeit (50 %) und nimmt 3 Jahre Elternzeit für ein Kind. Rentenpunkte-Verlust durch Teilzeit: 4,0 Punkte (ca. −157 €/Monat). Gutschrift für Erziehungszeit: 3,0 Punkte (ca. +118 €/Monat). Netto-Effekt: −39 €/Monat weniger Rente. Über 23 Rentenjahre summiert sich das auf über 10.000 €.
Mit oder ohne Kapitalverzehr?
Eine zentrale Frage bei der Planung: Soll dein angespartes Vermögen im Alter Schritt für Schritt aufgebraucht werden oder willst du nur von den laufenden Erträgen leben?
- Mit Kapitalverzehr – du entnimmst monatlich einen festen Betrag, der sich aus Erträgen und einem Teil deines Kapitals zusammensetzt. Das benötigte Gesamtkapital ist deutlich geringer, dafür ist es irgendwann aufgebraucht. Das Risiko: Wirst du älter als geplant, kann das Geld ausgehen.
- Ohne Kapitalverzehr – du lebst ausschließlich von den Renditen deines Vermögens. Das Kapital selbst bleibt erhalten und kann vererbt werden. Dafür brauchst du ein deutlich höheres Zielvermögen und eine entsprechend höhere Sparrate.
Warum Frauen besonders betroffen sind
Die Rentenlücke trifft Frauen überproportional. Die Gründe sind vielfältig: Frauen arbeiten häufiger in Teilzeit, übernehmen den Großteil der unbezahlten Care-Arbeit und unterbrechen ihre Karriere für Erziehungszeiten. All das führt zu weniger Rentenpunkten und damit zu geringeren Ansprüchen. Hinzu kommt der Gender Pay Gap – selbst bei gleicher Arbeitszeit verdienen Frauen im Schnitt weniger, was sich direkt auf die Rentenhöhe auswirkt.
Gerade deshalb ist es so entscheidend, früh mit der eigenen Vorsorge zu beginnen. Schon kleine monatliche Beträge können dank Zinseszinseffekt über Jahrzehnte eine enorme Wirkung entfalten.
Rechenbeispiel: 150 € monatlich über 35 Jahre bei 6 % Rendite ergeben rund 170.000 €. Wer erst 10 Jahre später startet, kommt mit der gleichen Sparrate nur auf ca. 74.000 € – weniger als die Hälfte.
Tipps zum Schließen deiner Rentenlücke
- Früh anfangen – der größte Hebel ist die Zeit. Selbst kleine Sparraten zahlen sich aus, wenn der Zinseszinseffekt über Jahrzehnte arbeiten kann.
- Rentenpunkte sichern – prüfe, ob du für Kindererziehungszeiten korrekt Rentenpunkte gutgeschrieben bekommst. Oft lohnt sich auch eine freiwillige Nachzahlung in die gesetzliche Rentenversicherung.
- Betriebliche Vorsorge nutzen – viele Arbeitgeber bezuschussen die betriebliche Altersvorsorge. Das ist geschenktes Geld, das du nicht liegen lassen solltest.
- Breit investieren – ein weltweit diversifiziertes ETF-Portfolio ist für den langfristigen Vermögensaufbau eine der effizientesten Möglichkeiten. Die Kosten sind gering und die historische Rendite liegt bei rund 7–8 % pro Jahr.
- Teilzeit bewusst planen – wenn Teilzeit nötig ist, gleiche den Rentenverlust aktiv aus: Erhöhe deine private Sparrate oder prüfe freiwillige Einzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung.
- Regelmäßig überprüfen – deine Lebenssituation verändert sich. Geh mindestens einmal im Jahr die Berechnung durch und passe deine Sparrate an.
Unser Tipp: Spiel verschiedene Szenarien durch. Verändere Wunschrente, Inflation, Teilzeitjahre und Sparphase im Rechner, um ein Gefühl für deinen Handlungsspielraum zu bekommen. So findest du den Weg, der zu deinem Leben passt.